Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den Vorschlag des US-Präsidenten Donald Trump zur Umsiedlung der Palästinenser aus dem Gazastreifen scharf kritisiert. „Niemand hat die Macht, die Menschen in Gaza aus ihrer ewigen Heimat zu vertreiben, die seit Tausenden von Jahren existiert. Palästina, einschließlich des Gazastreifens, des Westjordanlands und Ostjerusalems, gehört den Palästinensern“, betonte Erdoğan am Sonntag. Er äußerte sich gegenüber Journalisten vor seinem Flug nach Malaysia.
Der US-Präsident hatte am Dienstag im Beisein Netanjahus gesagt, die USA würden den Gazastreifen „übernehmen“ und in eine wirtschaftlich florierende „Riviera des Nahen Ostens“ verwandeln. Nach Trumps Willen sollen die Einwohner des Gebiets künftig in anderen arabischen Staaten der Region unterkommen. Die betroffenen Länder lehnen solche Pläne entschieden ab. Auch international stieß Trumps Aussage auf Kritik.
Nach Worten des türkischen Präsidenten sind die Vorschläge der US-Regierung zum Gazastreifen „nicht diskutierenswert“. „Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, über die Vorschläge zu sprechen, die die neue US-Regierung unter dem Druck der zionistischen Lobby für den Gazastreifen gemacht hat“, sagte Erdoğan.
Zudem lobte Erdoğan die palästinensische Widerstandsgruppe Hamas dafür, dass sie ihre Versprechen im Rahmen der laufenden Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel trotz israelischer Sabotageversuche eingehalten habe.
Erdoğan: Kein Platz für Terroristen in Syrien
Zur Lage in Syrien sagte Erdoğan, dass die Entdeckung von Massengräbern in verschiedenen Gebieten Syriens das blutige Gesicht des Assad-Regimes offenbare. Der türkische Präsident äußerte die Hoffnung auf Stabilität im Nachbarland. Syrien werde unter der Führung von Präsident Ahmed al-Scharaa bald Frieden finden, versicherte er.
Für terroristische Gruppen gebe es in Syrien keinen Platz, sagte Erdoğan. Er zeigte sich zuversichtlich, dass al-Scharaa gegen diese Gruppen vorgehen werde.