Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan begrüßt den Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, den Ukraine-Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Ankara sei bereit, alle Bemühungen zu einem dauerhaften Frieden zu unterstützen, sagte Erdoğan nach einer Kabinettssitzung am Montag in Ankara. Türkiye habe sich bereits in den vergangenen Jahren für eine Lösung am Verhandlungstisch ausgesprochen.
Ein gerechter und dauerhafter Frieden im Russland-Ukraine-Konflikt sei aber nur unter Beteiligung aller relevanter Parteien möglich, fügte Erdoğan hinzu. Er erinnerte daran, dass Russland bisher mit Ausnahme der Verhandlungen in Istanbul ausgeschlossen worden sei. Dadurch seien alle Bemühungen ins Leere gelaufen. Bei den aktuellen Verhandlungen müsse deshalb auch die Ukraine vertreten sein, „wenn irgendein Ergebnis erzielt werden soll“, betonte Erdoğan.
„Es gibt im Krieg keine Gewinner und im Frieden keine Verlierer“, so der türkische Staatschef. Daher habe Türkiye bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau organisiert, während „fast alle Öl ins Feuer gossen“. Damit bezog er sich auf die Friedensbemühungen im Frühjahr 2022 in Istanbul. Experten sehen im westlichen Einfluss auf die Ukraine einen Hauptgrund für das Scheitern der damaligen Verhandlungen.
Dank der freundschaftlichen Beziehungen zu Russland und zur Ukraine sei es immerhin möglich gewesen, das Schwarzmeer-Getreide-Abkommen ins Leben zu rufen, betonte Erdoğan. Dadurch seien 33.000 Tonnen ukrainisches Getreide durch die türkische Meerenge zu den Weltmärkten gelangt. Das habe eine weltweite Nahrungsmittelkrise verhindert, fügte er hinzu.
Erdoğan hatte vergangene Woche seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj und am Montag den russischen Außenminister Sergej Lawrow empfangen. Am Sonntag sendete Erdoğan eine Videobotschaft an die ukrainische Krim-Plattform, worin er erneut für Türkiye als Gastgeberland für Verhandlungen warb.