Gaza-Krieg
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„Inakzeptabel“: Ägypten lehnt Gaza-Vorschlag aus Israel ab
US-Präsident Trump hatte vorgeschlagen, die Bewohner Gazas in andere arabische Länder zu vertreiben. Nun will ein israelischer Politiker den Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung stellen.
„Inakzeptabel“: Ägypten lehnt Gaza-Vorschlag aus Israel ab
Gaza, 26.02.2025. / Photo: AA (AA)
27. Februar 2025

Ägypten hat eine mögliche Verwaltung des Gazastreifens, wie von Israels Oppositionsführer Jair Lapid vorgeschlagen, als „inakzeptabel“ zurückgewiesen. Alle Vorschläge, die die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates umgingen, seien „Halblösungen“, die den Konflikt eher verlängern als lösen würden, berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums in Kairo.

Der Gazastreifen und das besetzte Westjordanland, einschließlich des von Israel annektierten Ostteil Jerusalems, seien integrale Bestandteile der palästinensischen Gebiete, die unter „vollständiger palästinensischer Souveränität und Verwaltung“ stehen müssten, fügte der Sprecher hinzu.

Am Dienstag hatte Israels Oppositionsführer Lapid eine Verwaltung des Gazastreifens durch Ägypten für mindestens acht Jahre vorgeschlagen. Im Gegenzug könne die internationale Gemeinschaft Ägypten seine Auslandsschulden erlassen, schlug Lapid vor.

Israel begann nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober einen Vernichtungskrieg in Gaza. Laut Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bis zur Waffenruhe mehr als 48.300 Menschen getötet und mindestens 111.700 weitere verletzt. Mittlerweile ist die Infrastruktur in Gaza fast komplett zerstört und es gibt kaum noch unbeschädigte Gebäude.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hob am Mittwoch hervor, dass Vorschläge zu einer Annexion des Gazastreifens oder zur Zwangsumsiedlung von Palästinensern „rechtswidrig“ seien und eine Bedrohung für die gesamte Region darstellen könnten. Einzelheiten nannte Türk nicht.

US-Präsident Trump hatte zuletzt in Anwesenheit des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gesagt, der Gazastreifen solle in den „Besitz“ der USA übergehen. Unter deren Führung könne er eine „Riviera des Nahen Ostens“ werden. Außerdem will Trump eine dauerhafte Umsiedlung der rund zwei Millionen palästinensischen Einwohner bewirken. Dies verstößt aus Sicht von Experten gegen das Völkerrecht. Trump schloss nicht aus, zur Absicherung dieser Pläne im Zweifel auch US-Truppen dorthin zu schicken.


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