Die Fortsetzung der Gespräche über die Waffenruhe-Vereinbarung im Gaza-Krieg hängt aus Sicht der Hamas von der Freilassung palästinensischer Gefangener durch Israel ab. „Die Vermittler müssen sicherstellen, dass der Feind die Bedingungen der Vereinbarung einhält“, sagte Basim Naim, Mitglied des Politbüros der Hamas.
Israel hatte in der Nacht zu Sonntag mitgeteilt, die im Waffenruhe-Abkommen vorgesehene Entlassung palästinensischer Häftlinge werde ausgesetzt. Erst müsse die Hamas versichern, mit den „demütigenden Zeremonien" bei der Freilassung der israelischen Geiseln aufzuhören, hieß es zur Begründung. Betroffen sind 602 palästinensische Gefangene. Sie hätten am Samstag im Austausch für sechs Israelis freikommen sollen.
Ob das Abkommen zwischen den Kriegsparteien halten wird, ist ungewiss. Katar, Ägypten und die USA vermitteln zwischen beiden. Im Rahmen einer ersten Phase ist auch noch die Übergabe vier weiterer Geisel-Leichen durch die Hamas vorgesehen.
Nach Angaben des katarischen Außenministeriums sieht das Abkommen vor, dass die erste Phase fortdauern kann, solange beide Konfliktparteien über die zweite Phase verhandeln. Diese soll zu einem endgültigen Ende des Kriegs sowie zur Freilassung der noch verbliebenen Geiseln führen. Die Kämpfe könnten also weiter ausgesetzt bleiben - obwohl beide Kriegsparteien Berichten zufolge bislang - anders als vorgesehen - noch gar keine ernsthaften Verhandlungen über die zweite Phase geführt haben.
Israel begann nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza. Nach palästinensischen Angaben wurden seitdem mehr als 48.300 Menschen getötet und mindestens 111.700 weitere verletzt. Seit Beginn der Waffenruhe Ende Januar werden regelmäßig weitere Leichen aus den Trümmern geborgen.